Krebse
 

Flusskrebse sind äußerst interessante Bewohner von Aquarien, und bei richtiger Pflege können alle Lebenszyklen und Verhaltensweisen beobachtet werden. Die Ansprüche der einzelnen Arten weichen weit voneinander ab. Es gibt extreme Kaltwassertiere, die bei 8-10° C leben und über 16°C zugrunde gehen, aber auch Warmwasserbewohner die bis zu 30° C und kurzzeitig mehr ertragen und schon unter 25°C recht unwohl sind.

Die wenigsten Arten sind aber dafür geeignet, in einem Zierfischaquarium gehalten zu werden. Man sollte sie besser in einem Artaquarium halten, um vor unliebsamen Überraschungen geschützt zu sein. Krebse sind auch unglaubliche Ausbrecher und nutzen jede Gelegenheit, sich davon zu machen. Jeder Luftschlauch, ja selbst überstehendes Silikon in den Ecken des Aquariums reicht schon aus, um daran hoch zu klettern und zu entweichen. Man muss daher für eine absolut dichte Abdeckung des Beckens sorgen.

 

Normalerweise kann man aus folgenden Gründen keine Krebse im Gesellschaftsbecken halten:

  • Die Krebse brauchen niedrigere Temperaturen als die tropischen Fische
  • Die Krebse zerstören alle Pflanzen
  • Die Krebse stellen den Fischen nach

 

 

Anders bei den vorgestellten Arten aus Mexiko bis Florida, Procambarus ernährt sich in der Natur vor allem von zersetzenden Pflanzenteilen
und toten Tieren, so das Grünkost auf keinen Fall fehlen sollte! (Salat, Spinat, Blätter oder grüne Futtertabletten wie sie Welsen oft gegeben werden). Nur wenn man ihnen kein Grünfutter anbietet, vergreift sich der Krebs an den Aquarienpflanzen. Es werden alle gängigen Trockenfuttersorten und Frostfuttersorten gerne angenommen. Sparsam füttern bei zu schnellem Wachstum kann es zu Häutungsproblemen kommen.

 

Haltung in Becken ab 100 l Inhalt die viele Versteckplätze bieten wie Höhlen, Wurzeln, Steinaufbauten u. ä., die Krebse gestalten sich ihr Becken sonst sehr gern selbst.

Paarweise Haltung oder 1 Männchen mit mehreren Weibchen ist möglich , die Tiere sind nicht sonderlich aggressiv. Die Temperatur sollte nicht zu hoch sein, es werden zwar Temperaturen von 15°C- 30°C vertragen aber optimal sind 20°C - 24°C , bei höheren Temperaturen können die Tiere Schwierigkeiten beim Häuten bekommen. An die Wasserchemie werden im allgemeinen keine besonderen Ansprüche gestellt doch sind härtere Wasserwerte von Vorteil.

 

Bitte beachten Sie aber folgendes:

Zum Wohle der Pfleglinge:

  • Niemals Flusskrebse unterschiedlicher Herkünfte (zumindest Kontinente) in einem Becken pflegen; nicht nur die Krebspest rafft alle Krebsarten außer die Nordamerikanischen hinweg, auch andere Krankheiten und Erreger schädigen Arten, welche neu mit unbekannten Erregern in Kontakt kommen
  • Bei Haltung mehrere Flusskrebsarten in verschiedenen Becken auf die Mögliche Übertragung von Erregern durch Wasser, Gerätschaft, Pflanzen und Mitbewohner (Schnecken- Fische) achten!

Zum Wohle der heimischen Flusskrebsarten:

  • Keine Flusskrebse aus Speise- oder Zoohandel ins Freiland aussetzen (auch keine heimischen Arten, da sie sich in den Hälterungen mit der Krebspest infiziert haben könnten)
  • Keine Flusskrebse in Gartenteichen halten, wenn sie entweichen könnten (und das können sie eigentlich immer...)
  • Keine Mitbewohner und Pflanzen aus Flusskrebsaquarien (ohne Quarantäne) ins Freiland setzten.

 

 

 

Foto von Chris Lukhaup

Procambarus alleni

Florida-Krebs, Zierhummer, Florida- Lobster (blaue und rote Farbform)

Florida, Nordamerika

 

   
Geschlechtsunterschiede: Scherenform (m=lang, spitz zulaufend w=rundlich, voluminöser), Männchen hat Begattungsgriffel und 3 Schwimmbeine, Weibchen hat 5 Schwimmbeine. Die Die Geschlechtsunterschiede sind bereits mit knapp 3 cm klar zu erkennen.
Größe der Weibchen in mm: 9-10 cm
Größe der Männchen in mm: 7-8 cm
Alterserwartung: ca zwei Jahre
Wassertemperatur: 20-24°C
Futter: Allesfresser
Verhalten: scheu, bei Bedrohung sehr wehrhaft. Männliche Tiere lassen sich nur getrennt halten, da untereinander aggressiv
Vergesellschaftungsmöglichkeit: Stellen Fischen nicht aktiv nach, wenn sich aber die Gelegenheit bietet, fällt mal ein Fisch aus.
Vergesellschaftung mit Cambarellus shuffeldtii (Louisiana Zwerg-Flusskrebs) ist möglich.
Art der Vermehrung: klassische Krebspaarung, Tragzeit knapp vier bis fünf Wochen
Gelegegrößen/Nachwuchsanzahl: bis 200 Eier; häufig nur ca. 20-30 Eier und davon wenige Jungtiere
Häufigkeit der Vermehrung: vermutlich ca. 2 mal im Jahr
Zucht: Leicht, wenn die Tiere Ruhe haben. Ab 6 cm Länge beginnt die Geschlechtsreife. Jungtier schnellwüchsig (nach 4 Wochen bis 3 cm) und untereinander unverträglich . Unter Hilfe von Rückzugsmöglichkeiten lassen sich ca 100 Jungkrebsen durch bringen
     

Procambarus spec.

Marmor-Krebs

Amerika

 
 
Geschlechtsunterschiede: sind nicht bekannt, es wird vermutet, das die Tiere Zwitter sind
Größe der Weibchen in mm: ca 12 cm
Größe der Männchen in mm:  
Alterserwartung: mdst. 2 Jahre
Wassertemperatur: 15-30°C
Futter: Grünfutter aller Art, Schnecken, tote Fische, Futtertabletten, gehen aktiv an bodennahe Fische
Verhalten: Einzel- oder Paarhaltung möglich.
Vergesellschaftungsmöglichkeit: Vergesellschaftung mit Lebendgebärenden, z. B. Guppy oder Garnelen ist möglich.
Art der Vermehrung: selbstbefruchtend, vermehrt sich deshalb z. T. auch in Einzelhaltung
Gelegegrößen/Nachwuchsanzahl: bis 200 Eier; bis 120 Jungtiere
Häufigkeit der Vermehrung: vermutlich ca. 2 mal im Jahr
Zucht: Leicht, alle 8 Wochen, selbstbefruchtend. Weibchen trägt Eier bei 25°C ca. 2 Wochen und bewacht die Jungtiere in einem Versteck noch ein paar Tage, bis 120 Jungtiere

 

Fotos Chris Lukhaup

 

Procambarus clarkii

Roter Florida-Sumpfkrebs, Roter Florida- Hummer oder Süßwasser-  Hummer

Nordamerika, Louisiana

erwachsene Tiere fallen besonders durch ihre Dornen an den Scheren auf

 
Geschlechtsunterschiede: Das Männchen fällt durch seine beiden paarigen umgebildeten Schwimmfußpaare auf, die sich am Hinterleib zwischen den letzten Gehfußpaaren befinden. Das Weibchen weist an dieser Stelle die paarigen Geschlechtsöffnung auf
Größe der Weibchen in mm: ca 15 cm
Größe der Männchen in mm: ca 15 cm
Alterserwartung: 6-7 Jahre
Wassertemperatur: 5-28°C
Futter: Allesfresser
Verhalten: Einzel- oder Paarhaltung möglich.
Vergesellschaftungsmöglichkeit: Vergesellschaftung mit Lebendgebärenden, z. B. Guppy oder Garnelen ist möglich.
Art der Vermehrung: klassische Krebspaarung
Gelegegrößen/Nachwuchsanzahl: bis 200 Eier; häufig nur ca. 60 Eier und davon wenige Jungtiere
Häufigkeit der Vermehrung: in der Heimat Sommerbrüter
Zucht: Zwischen Begattung und Befruchtung liegt cirka ein halbes Jahr und sie erfolgt erst dann,
wenn das Weibchen seine 60-200 Eier ausstößt. Nach ein paar Wochen schlüpfen die kleinen Krebse,
die zwischen 9-11 Millimeter groß und eigentlich noch Larven sind. Ihr Kopfbruststück ist kugelig. Bis zur ersten Häutung nach 7-9 Tagen, bleiben die Jungtiere an den Schwimmfüßen der Mutter haften.
 

Cherax cf. papuanus ?

(ehemals C. misolicus)

Zebrakrebs

Neu Guinea

   
Geschlechtsunterschiede: Scheren sind beim Weibchen kleiner, Farbe der Scheren ebenfalls blasser als bei Männchen.
Wie bei anderen Cherax, beim Weibchen am Ansatz des 3. Beinpaares zwei ovale Öffnungen.
Das Männchen hat am 5. Beinpaar jeweils einen Dorn.
Größe der Weibchen in mm: bis 20 cm
Größe der Männchen in mm: bis 20 cm
Alterserwartung: 6-7 Jahre
Wassertemperatur: 20 bis 25ºC
Futter: Allesfresser
Verhalten: recht friedlich, auch untereinander, nachtaktiv, leider auch stark grabend
Vergesellschaftungsmöglichkeit: Vergesellschaftung z. B. mit Guppy oder Garnelen ist möglich.
Art der Vermehrung: klassische Krebspaarung
Gelegegrößen/Nachwuchsanzahl: ca. 60 Eier und davon wenige Jungtiere
Häufigkeit der Vermehrung: unbekannt
Zucht: Die Jungen schlüpfen nach etwa. 4 Wochen und hängen dann noch etwa 2 Wochen am Weibchen.